Bei einem obligatorischen Gruppenfoto vor der deutschen und irischen Fahne und einem bereits neu begonnenen Bauprojekt wurde die Delegation aus Rudolstadt verabschiedet. Foto: Michael Wirkner

Ratsmitglieder aus Rudolstadt und Letterkenny sowie die Bürgermeister und die Beigeordneten der Stadt Rudolstadt. Foto: Michael Wirkner

Die Lehrerinnen Silvia Mortsch (links) und Ivonne Weinberg (2. v. r.) besuchen die Partnerschule des Gymnasiums. Foto: Michael Wirkner

Im Treffen mit dem Schulleiter des St. Eunan’s Collage, Damien McCroary, äußerte dieser, dass er sich freuen würde, im kommenden Jahr bis zu 15 Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums willkommen zu heißen. Foto: Michael Wirkner

Die „Friedrich-Adolf-Richter-Schule“ hat jetzt auch eine Schulpartnerschaft in Letterkenny. Bereits im nächsten Jahr möchten die ersten irischen Schüler Rudolstadt besuchen kommen. Foto: Michael Wirkner

Bürgermeister Jörg Reichl und Bürgermeister Donal Mandy Kelly vor der Partnerschaftsurkunde, die im Verwaltungsgebäude hängt. Foto: Michael Wirkner

Tiefe Freundschaft und neue Partnerschaften

Delegation aus Rudolstadt beendet Reise mit neuen Schulpartnerschaften und neuen Freunden

Montag, der dritte Tag des Besuchs einer Rudolstädter Delegation im irischen Letterkenny, stand ganz im Zeichen der Schulpartnerschaften. Silvia Mortsch und Ivonne Weinberg, Lehrerinnen vom Gymnasium Fridericianum, besuchten ihre Partnerschule St. Eunan’s College. Die Partnerschaft zu dieser reinen Jungenschule besteht seit 2019 und einige Schüler waren bereits zu Besuch in Rudolstadt. Wegen Corona konnten keine weiteren Treffen in den vergangenen Jahren stattfinden. Mit ihrem Besuch wollten die Lehrerinnen die Verbindung wieder aufnehmen. Im Handgepäck hatten sie Briefe, Videobotschaften und Bastelarbeiten ihrer Schüler. Empfangen und durch die Schule geführt wurden die Lehrerinnen von Deutsch-Lehrer Kevin Bowdren. Sehr herzlich war der Austausch mit der Deutschlehrerin Mary Bourke, und deren Deutschklassen, mit denen Ivonne Weinberg und Silvia Mortsch an diesem Vormittag den Deutschunterricht gestalteten. Als „warming up“ dienten einfache Fragen auf Deutsch an die jungen Männer. Fragen nach dem deutschen Schulalltag, der Schulkleidung als auch zu Sportmöglichkeiten interessierten die irischen Schüler besonders. Im landeskundlichen Teil lernten sie Rudolstadt und den Unterricht am Fridericianum kennen. Im Treffen mit dem Schulleiter des St. Eunan’s Collage, Damien McCroary, äußerte dieser, dass er sich freuen würde, im kommenden Jahr bis zu 15 Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums willkommen zu heißen. Vertreter des Rotary Clubs Rudolstadt sicherten dem Fridericianum bereits Unterstützung bei der Finanzierung der kommenden Austauschrunde zu.

Etwas außerhalb von Letterkenny im Ort Rathmullan bahnte sich indes eine ganz neue Schulpartnerschaft an. Die AWO-Schule „Friedrich-Adolf-Richter“ in Vertretung ihrer Schulleiterin Dorothea Kneisel und Lehrerin Angeles Hernandez-Pujante, besuchte die kleine Schule St. Joseph’s; idyllisch gelegen direkt am Meer mit knapp über 100 Schülerinnen und Schülern und gerade mal 4 Lehrern. Begeistern konnten sich die Jungen und Mädchen beim Spiel mit Anker-Bausteinen, die die Deutschen mitgebracht hatten. Nägel mit Köpfen wurde beim gegenseitigen Schüleraustausch gemacht. Im April des nächsten Jahres kommen 30 Schülerinnen und Schüler nach Rudolstadt, bevor ein Jahr später eine Schulgruppe der AWO-Schule nach Irland reisen soll.

Am Tag der Abreise wurde die Delegation aus Rudolstadt im Verwaltungsgebäude von Letterkenny durch den Bürgermeister Donal Mandy Kelly sowie Rats- und Verwaltungsmitgliedern empfangen. Am Vorabend waren Teilnehmer des Rudolstädter Stadtrats und der Verwaltung bereits zum Abendessen geladen, was Möglichkeit zu Gesprächen und Dank bot. Im Verwaltungsgebäude hatten alle Rudolstädter Gelegenheit sich für die Betreuung der letzten Tage zu bedanken und Bürgermeister Jörg Reichl machte im Namen aller deutlich, wie herzlich sie erneut aufgenommen wurden und die gewonnenen Freundschaften nicht mehr missen wollen. Sichtlich ergriffen haben die irischen Partner verkündet auch im nächsten Jahr am St. Patrick‘s Day Rudolstadt besuchen zu wollen. Im offiziellen Teil des Empfangs zeigten sie noch ein beeindruckendes Drohnenvideo von der Landschaft des Countys Donegal, von dem Letterkenny ein Teil ist. Der Stadtplaner stellte zudem zukünftige Pläne für die Entwicklung der Stadt vor. Interessant waren hier einige Projekte, die auch in Rudolstadt ähnlich umgesetzt wurden oder in Planung sind. Beispielsweise ein neuer Busbahnhof oder ein Grünstreifen als Verbindungsachse verschiedener Stadtteile. Ambitioniert sind die Pläne im Bezug auf die Einwohnerzahlen. Bis 2038 möchte Letterkenny seine momentan zirka 20.000 Einwohner verdoppeln.
Am Ende waren sich alle einig wie aufregend die Zukunft für beide Städte werden und wie schön es sein wird nicht nur gegenseitig mitzuverfolgen wie sich die Städte optisch verändern, sondern auch wie die Städtepartnerschaft wachsen wird. Bei einem obligatorischen Gruppenfoto vor der deutschen und irischen Fahne und einem bereits neu begonnenen Bauprojekt wurde die Delegation aus Rudolstadt verabschiedet. Mit zahlreichen unvergesslichen Eindrücken hat die Delegation ihre Rückreise nach Deutschland angetreten. Für die meisten wird es nicht die letzte Reise nach Irland gewesen sein.

 

Michael Wirkner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit