An der Hörstation – mit Dr. Roland Pangert. Foto: Martin Modes

Kathrin Stern startet die Hörstation. Foto: Martin Modes

Dr. Roland Pangert und Rüdiger Ebel. Foto: Martin Modes

Welche Musik am Rudolstädter Hof einst erklang

Hörstation im Delmenhorster Gemach eröffnet – Eine Initiative von Dr. Roland Pangert ist nun abgeschlossen und ermöglicht das klingende Schloss

Die Idee, die Musik der Rudolstädter Hofkomponisten und Hofkapellmeister auf der Heidecksburg zu präsentieren, wo sie einst bei den Festen am Fürstlichen Hof erklang, ist schon etwas älter. Seit den 1980er Jahren treibt Dr. Roland Pangert diese Idee um, die nun dank der Direktorin des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg, Sabrina Lüderitz und der engagierten Mitarbeiter – insbesondere Kathrin Stern und Jeanette Lauterbach – verwirklicht werden konnte. Am Freitagnachmittag, 1. Juli, wurde sie mit den Unterstützern und Mitwirkenden eröffnet.

Nach der Vorstellung des Projekts im Grünen Salon mit kurzen Hörbeispielen, die Dr. Pangert zusammengestellt hatte, war die Hörstation im Delmenhorster Gemach in den Fürstlichen Wohnräumen zu erleben – und wurde mit Rudolf Herzers Marsch „Hoch Heidecksburg“ stimmungsvoll gestartet.

Oliver Weder, Chefdirigent der Thüringer Symphoniker, betonte in seinen Eingangsworten, dass hier die Essenz der Arbeit der Rudolstädter Hofkapellmeister präsentiert werde. Beim Rundgang durch die Festsäle könne man zwar die große Pracht der Einrichtung bewundern, aber wie hier mit Musik gefeiert wurde, das war bisher noch nicht nachvollziehbar und soll nun mit der Hörstation erkundet werden können, erinnerte Museumsdirektorin Sabrina Lüderitz. Sie dankte der Thüringer Staatskanzlei, dem Landratsamt und den Rotariern, die es möglich machten, dass das Projekt Hörstation finanziell gestemmt werden konnte. An der Umsetzung außerdem beteiligt waren Rüdiger Ebel, der Kasseler Tontechniker, der die Musikbeiträge für die Hörstation aus seinem großen Fundus an Produktionen, die er seit den 1990er Jahren in Rudolstadt – insbesondere mit den Thüringer Symphonikern – aufgenommen hatte und zur Verfügung stellte. Die von Dr. Roland Pangert erstellten Wortbeiträge, die Komponisten und Stücke erklären, hatten Silvio Müller und der SRB mit Herr Pangert und dem Schauspieler und professionellem Sprecher Wilfried Pucher aufgenommen.

„Wir eröffnen heute eine Hörstation“ – damit leitete Dr. Pangert das Ergebnis seiner jahrzehntelangen Forschungsarbeit ein. Er sei zwar Physiker und Sammler, aber ein musikalischer Dilettant. Mit seiner Vorführung zeigte er das genaue Gegenteil, als er die Musik präsentierte, die hier in den Räumen der Heidecksburg früher regelmäßig erklungen ist.

Zwei Jahrhunderte lang – von 1630 bis 1830 – war Rudolstadt eine Hochburg der Hofmusik. Meterlang seien die alten Notenschriften im Staatsarchiv – aber um das, was etwa Traugott Maximilian Eberwein, Georg Gebel oder Philipp Heinrich Erlebach geschrieben hatten, erlebbar und hörbar zu machen, sei noch große Expertise erforderlich. Bei seinem Streifzug durch die Geschichte der Hofkapellmeister – dieses Amt war „das Ziel aller Rudolstädter Musiker“ – machte er deutlich, welche überragende Bedeutung die hier komponierte und gespielte Musik im nationalen und internationalen Kontext hatte.

Während Dr. Pangerts Hörbeispiele sehr kurz waren, hat das Gesamtprogramm, das auf der Hörstation nun präsentiert und einzeln abgerufen werden kann, Konzertlänge und ist wohl über eineinhalb Stunden lang – und erfordert viel Zeit, wenn man die Musik nicht nur als Häppchen anhören will. Gegliedert ist die Hörstation in Höhepunkte der Rudolstädter Hofmusik, Musik nach Epochen, Musik nach Komponisten sowie in die Rubrik Geschichten.

 

Martin Modes
Presse- und Kulturamt
Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt