Das Rudolstädter Vogelschießen: Rummel-Bummel vor der Corona-Pandemie. Foto: Alexander Stemplewitz

Rudolstädter Vogelschießen kann nicht stattfinden

Das größte Thüringer Volksfest wurde abgesagt

Das Rudolstädter Vogelschießen feiert im nächsten Jahr sein 300-jähriges Jubiläum. In diesem Jahr muss es das zweite Mal in Folge abgesagt werden. Die aktuell gültigen „Handlungsanweisungen der Landesregierung zur Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen und Infektionsschutzregeln zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS CoV-2“ machen eine Durchführung des Rudolstädter Vogelschießen als größten Rummel in Thüringen aus finanziellen und organisatorischen Gründen unmöglich. Außerdem haben bereits Schausteller mit großen Attraktionen und das Rolschter Festzelt abgesagt.

„Ich bin sehr traurig, dass wir das Rudolstädter Vogelschießen erneut nicht mit unseren Gästen und Einwohnern feiern können. Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen. In Gedanken bin ich oft bei den Schaustellerbetrieben, die seit 18 Monaten unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. Ihre Sorgen, Nöte und die begründete Zukunftsangst kann ich gut verstehen“, so Bürgermeister Jörg Reichl. Inzwischen wurden bundesweit alle großen Volksfeste bis zum Herbst abgesagt. Die Stadtverwaltung Rudolstadt hat bis zuletzt gehofft, eine Absage des beliebten Festes verhindern zu können.

„Wir haben das Traditionsfest voller Lust und Zuversicht mit einem angepassten Hygiene -und Sicherheitskonzept geplant. Alle Möglichkeiten zur Durchführung entsprechend aktueller Verordnungen wurden von uns geprüft. Leider sind wir gemeinsam zu der Erkenntnis gekommen, dass die strengen Regeln und umfangreichen Einschränkungen dem besonderen Format und der Marke des berühmten Rudolstädter Vogelschießens nicht gerecht werden“, betont Veranstaltungsreferent und Volksfestleiter Frank Grünert.

Die Umsetzung der seit 3. Juli 2021 gültigen Handlungsanweisungen wäre unter anderem mit folgenden Konsequenzen verbunden: Der Festplatz müsste umzäunt werden, um die maximale Besucherzahl zur Gewährleistung der Abstandsregeln stark zu begrenzen. An Ein -und Ausgängen ist durch Sicherheitspersonal die Zählung der Besucher vorzunehmen. Auf Grund der Besucherbeschränkung wären die Umsätze der Schausteller extrem niedriger gewesen, was zu einer Fortsetzung bereits erfolgter Absagen von Standplatzbetreibern geführt hätte. Zu bestimmten Zeiten – insbesondere am Wochenende – besteht die Gefahr, dass vielen Gästen der Eintritt verwehrt wird, weil die höchst mögliche Besucherzahl erreicht ist. Im Außenbereich könnten dann große Menschenansammlungen zu engen Kontakten führen, was verhindert werden soll. Wegen der erheblichen Mehrkosten für die Stadt als Veranstalter und die niedrigen Umsatzchancen für die Schausteller wäre die Durchführung des Volksfestes auch wirtschaftlich nicht darstellbar und vertretbar.

„Wir diskutieren jetzt in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt über alternative Möglichkeiten, den Menschen unserer Region auf der Bleichweise ein kleines Freizeitangebot ohne Volksfestcharakter zu schaffen“, informiert Frank Grünert.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit