Rudolstädter Persönlichkeiten

  • Katharina von Schwarzburg, genannt die "Heldenmütige" 1509 - 1567

    Die als Katharina von Henneberg geborene Gräfin von Schwarzburg - Rudolstadt regierte von 1538 - 1567. Um sie rankte sich eine interessante Begebenheit, die ihr den Namen "Katharina die Heldenmütige" einbrachte. Sie hat ihre Untertanen vor Plünderungen geschützt, als die Truppen von Herzog Alba 1547 durch die Grafschaft zogen. Von ihr stammen auch die Worte "Fürstenblut für Ochsenblut". Diese Begebenheit hat Friedrich Schiller in einer Episode literarisch verarbeitet.
    Katharina führte mit ihrem Gatten Heinrich XXXII. die Reformation in der Grafschaft ein.
    Mit den Bewohnern des Ortes Mörla hatte die Gräfin Auseinandersetzungen um die Wasserversorgung des Schlosses; dies wird heute noch während des "Butzelmannfestes" in Mörla dargestellt.

  • Graf Albrecht VII. von Schwarzburg-Rudolstadt 1537 - 1605
  • Ahasverus Fritzsch 1629 - 1701
  • Kaspar David von Stieler 1632 - 1707
  • Gräfin Aemilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt 1637 - 1706
  • Philip Heinrich Erlebach 1657 - 1714
  • Johann Christoph Morgenstern 1697 - 1767
  • Gottfried Heinrich Krohne 1703 - 1756
  • Georg Gebel d.J. 1709 - 1753

    Der im niederschlesischen Brieg geborene Georg Gebel trat 1746, aus Dresden kommend, die Stelle als Konzertmeister an der Fürstlichen Hofkapelle in Rudolstadt an. Sein Können sowohl im Instrumentalspiel als auch in der Komposition befähigte ihn, ab 1750 die Leitung der Hofkapelle zu übernehmen. Die sieben Lebensjahre Gebels in Rudolstadt waren von umfangreichem Schaffen geprägt. Er soll hier bis zu seinem Tode 1753 zwei Jahrgänge Kirchenkantaten, zwei Passionen, mehr als zwölf frühdeutsche Opern, über hundert Sinfonien und Partiten sowie zahlreiche Cembalokonzerte komponiert haben, von denen ein großer Teil als verschollen gilt.

  • Carl Christoph von Lengefeld 1715 - 1775
  • Georg Christian Füchsel 1722 - 1773
  • Georg Heinrich Macheleid 1723 - 1801

    Macheleid wurde als Sohn eines Laboranten in Cursdorf im Thüringer Wald geboren.
    Bereits während seines Theologiestudiums in Jena zeigte er großes Interesse an den Naturwissenschaften. 1755 gab er sein Priesteramt im Fürstentum Schwarzburg - Rudolstadt auf.
    Er fand eine Lagerstätte kaolinhaltigen Sandes in der Nähe von Königsee. Durch das Experimentieren mit diesen einheimischen Rohmaterialien gelang es ihm, Porzellan herzustellen.
    Am 8. September 1760 bat er den Fürsten Johann Friedrich von Schwarzburg - Rudolstadt um das Privileg der Errichtung einer Porzellanfabrik in Sitzendorf. Er gründete damit die älteste, noch heute produzierende Porzellanmanufaktur, die 1762 nach Rudolstadt - Volkstedt verlegt wurde.

  • Fürst Friedrich Carl von Schwarzburg-Rudolstadt 1736 - 1793
  • Carl Gerd von Ketelhodt 1738 - 1814

    Der gebürtige Rudolstädter promovierte 1758 zum Doktor der Rechte in Jena und wurde im gleichen Jahr Mitglied der fürstlichen Regierung in Rudolstadt. Ab 1785 kam er an die Spitze des Geheimen Ratskollegiums.
    Er leitete darüber hinaus alle Oberbehörden im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt.
    Seine reichhaltige Privatbibliothek, die er 1804 mit der fürstlichen Bibliothek vereinigte, enthielt über 16.000 Bände vorwiegend juristischer und historischer Literatur.
    Der kulturhistorische und wissenschaftliche Wert der heutigen Historischen Bibliothek der Stadt Rudolstadt wird durch diesen Bestand wesentlich geprägt. Diese Bibliothek nutzte auch Friedrich Schiller während seiner Aufenthalte in Rudolstadt.

  • Martin Gottlieb Klauer 1742-1801
  • Charlotte Freifrau von Stein 1742 - 1827

    Mit 16 Jahren trat Charlotte als Hofdame in den Dienst von Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach. 1764 heiratete sie Josias von Stein und wohnte auf Schloss Kochberg.
    Charlottes interessantes Wesen machte sie zu einer inspirierenden Gesprächspartnerin in ihrem Freundeskreis, zu dem Schiller, Humboldt und Goethe zählte. Zu letzterem entwickelte sie eine tiefe Freundschaft, die bis zu Goethes Italienaufenthalt 1788 anhielt.
    Sie hatte maßgeblichen Anteil am ersten Zusammentreffen von Goethe und Schiller im Lengefeldschen Haus in der Schillerstraße 25 in Rudolstadt.
    Die enge Verbindung zur Familie von Lengefeld führte sie oft in das 12 km entfernte Rudolstadt.

  • Friedrich Wilhelm Ludwig von Beulwitz 1755 - 1829

    Im November 1774 trat er als Regierungsassessor in die fürstliche Regierung Rudolstadts ein.
    1780 wurde er Regierungsrat und im April 1781 Mitglied des Geheimen Ratskollegiums.
    1784 heiratet Friedrich Wilhelm Ludwig von Beulwitz Caroline von Lengefeld. Der Kontakt der Familie zu bekannten Dichtern und Gelehrten jener Zeit trug dazu bei, dass sein Haus zu einem Mittelpunkt des geistigen Lebens in Rudolstadt wurde. Zu jenen Persönlichkeiten zählten unter anderen Friedrich Schiller, Karl Ludwig von Knebel, die Brüder Humboldt und der Fürst Ludwig Friedrich II. von Schwarzburg - Rudolstadt. 1814 übernahm von Beulwitz als Geheimer Rat, Kanzler und Konsistorialpräsident die Regierung des Staates Schwarzburg - Rudolstadt.

  • Friedrich Schiller 1759 - 1805

    Der in Marbach am Neckar geborene Friedrich Schiller weilte im Sommer 1788 viele Wochen in Rudolstadt. Hier hat er die Ruhe und Aufmerksamkeit gefunden, um die in Weimar begonnenen großen Werke fortzusetzen. In Rudolstadt erhielt Schiller entscheidende Anregungen für sein später erschienenes "Lied von der Glocke". Im Hause derer von Lengefeld fand er eine geistige Heimat und lernte seine spätere Frau Charlotte von Lengefeld kennen und lieben.
    Am 7. September 1788 kam es hier zum ersten längeren - wenn auch wenig herzlichen - Zusammentreffen mit Goethe. Mittlerweile ein Freund, sorgte Goethe selbst in späteren Jahren dafür, dass Schiller im Rudolstädter Komödienhaus die Aufführungen einiger seiner Werke erleben konnte.

  • Johann Gottlieb Fichte 1762 - 1814
  • Caroline von Wolzogen 1763 - 1847

    Ebenso wie ihre Schwester Charlotte wuchs Caroline von Lengefeld in einem geselligen und kulturvollen Umfeld auf.
    1784 heiratete sie den Regierungsrat Ludwig von Beulwitz. Die Ehe wurde 1794 geschieden. Noch im gleichen Jahr heiratete sie Wilhelm von Wolzogen.
    Enge Verbindungen bestanden sowohl zum Musenhof der Anna Amalia in Weimar wie auch zu Friedrich Schiller, mit dem die Familie befreundet war. 1790 heiratete der Dichter Charlotte. Mit seiner Schwägerin Caroline verband ihn zeitlebens eine freundschaftliche, durch die gemeinsamen literarischen Interessen geförderte Beziehung.
    Als Schriftstellerin erwarb sie sich Beachtung durch verschiedene Werke, so verfasste sie 1830 die Biografie "Schillers Leben".

  • Charlotte von Lengefeld 1766 - 1826

    Als Tochter des Oberlandjägermeisters Christoph von Lengefeld wurde ihr eine umfangreiche Ausbildung zu Teil.
    Im Jahre 1787 fand die erste Begegnung mit Friedrich Schiller im Elternhaus, der heutigen Schillerstraße 25, statt. Schiller war damals schon ein bekannter Dichter und Schriftsteller, der Charlotte und ihre Schwester Caroline tief beeindruckte. Große Bedeutung für Charlottes weiteres Leben hatte der "Rudolstädter Sommer" 1788, in dem die Beziehung zu Schiller enger wurde. Im Jahr darauf hielt er nach langem Zaudern um die Hand der angebeteten Charlotte an. 1790 heiratete sie Schiller in Wenigenjena. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.
    Charlotte von Lengefeld trat später auch als Übersetzerin und Verfasserin literarischer Werke in Erscheinung.

  • Ludwig Friedrich II. Fürst von Schwarzburg - Rudolstadt 1767 - 1807

    Ludwig Friedrich II. ging als bemerkenswerter Regent mit hohen Idealen in die Geschichte ein. Als Freund der Künste und der Wissenschaften pflegte er Verbindungen zu namhaften Persönlichkeiten wie Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt.
    1791 heiratete er Prinzessin Caroline Louise von Hessen - Homburg.
    Zu den Verdiensten Ludwig Friedrich II. gehörten auch die Förderung des Theater, der Glockengießerei und der Bau eines neuen Geschäftshauses für die Hofbuchdruckerei in der Alten Straße.
    Mit den Bürgern der Stadt fühlte er sich eng verbunden. Er besuchte gern das jährliche Schützenfest, das traditionelle Vogelschießen, das heute noch ein Höhepunkt im Stadtleben ist.

  • Caroline Louise von Schwarzburg - Rudolstadt 1771 - 1854

    Der in Homburg geborenen Caroline Louise wurde von Kindheit an eine umfassende Bildung zuteil. Ihre besondere Vorliebe galt der Wissenschaft.
    1791 kam sie als die Frau von Prinz Ludwig Friedrich II. an den Rudolstädter Hof.
    1793 übernahm Ludwig Friedrich die Regierung und Caroline Louise erwies sich als gebildete und an Staat und Volk interessierte Regentin. Sie bekam sieben Kinder, darunter den späteren Fürsten Friedrich Günter. Nach dem Tod ihres Ehemannes 1807 übernahm sie die Regierungsgeschäfte, die sie bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes im Jahre 1814 mit Umsicht und Tatkraft führte. Sie pflegte Verbindungen zu bedeutenden Häusern und Persönlichkeiten ihrer Zeit.

  • Friedrich Wilhelm August Fröbel 1782 - 1852

    Friedrich Fröbel war der Begründer der Spielpädagogik und Erfinder des Kindergartens.
    Während seines Dienstes im Lützowschen Freikorps gewann Fröbel Mitstreiter für eine "Allgemeine deutsche Erziehungsanstalt", die er von 1817 - 1831 in Keilhau bei Rudolstadt leitete. 1840 gründete er den ersten deutschen "Kindergarten" in Bad Blankenburg (Thüringer Wald).
    Er führte die "Freiarbeit" in die Pädagogik ein. Die von ihm entwickelten Spielgaben und Ideen erlangten Weltgeltung und sind bis heute anerkannt.
    Fröbelgedenkstätten befinden sich in seiner Geburtsstadt Oberweißbach, in Bad Blankenburg und Keilhau.

  • Ludwig Friedrich Hesse 1783 - 1867
  • Albert Methfessel 1785 - 1869

    Der Hofsänger, Musiker und Komponist wurde als 13. Kind eines Kantors in Stadtilm geboren. Ab 1801 besuchte er das Gymnasium in Rudolstadt. Nach dem Studium der Theologie und der klassischen Literatur in Leipzig absolvierte er eine Gesangsausbildung in Dresden. Als 1814 Rudolstadts Freiwillige gegen Napoleon auszogen, schrieb er das Lied "Hinaus in die Ferne mit lautem Hörnerklang". Aus seiner Feder stammt auch der Sängergruß "Grüß Gott mit hellem Klang".
    1818 wurde sein 26 Lieder umfassendes "Allgemeines Commers- und Liederbuch" in Rudolstadt gedruckt. Es folgten die Sammlung "Liederkranz" und eine Gitarrenschule.
    Methfessel war später Musikdirektor in Hamburg und Hofkapellmeister in Braunschweig.

  • Arthur Schopenhauer 1788 - 1860
  • Friedrich Karl Hönniger 1812 - 1874
  • Richard Wagner 1813 - 1883
  • Anton Sommer 1816 - 1888
  • Berthold Sigismund 1819 - 1864
  • Friedrich Adolf Richter 1846 - 1910
  • Hugo Trinckler 1849 - 1940
  • Berthold Rein 1860 - 1943
  • Rudolf Herzer 1878 - 1914
  • Ernst Wollong 1885 - 1944
  • Hugo Meisel 1885 - 1966
  • Max Thalmann 1890 - 1944
  • Karl Dietz 1890 - 1964
  • Hans Fallada 1893 - 1947
  • Wilhelm Geißler 1895 - 1977
  • Inge von Wangenheim 1912 - 1993
  • Heinz Deubler 1913 - 2004
  • Wolf Wondratschek 1943
  • Matthias Biskupek 1950
  • Steffen Mensching 1958