Die Staatliche Regelschule "Friedrich Schiller" in Rudolstadt. Foto: Tom Demuth

Kein Fahrplan für Schüler im Homeschooling

Stadt Rudolstadt übt Kritik an mangelnder Kommunikation des Bildungsministeriums

Seit nun bereits über einer Woche dürfen Schüler der 1. bis 6. Klasse wieder eingeschränkt zum Präsenzunterricht an die städtischen Schulen. Gestern sollten ihnen die Schüler ab Klassenstufe 7 folgen. Das Thüringer Bildungsministerium hatte dies jedoch an die einzelnen 7-Tage-Inzidenz-Werte der Landkreise und kreisfreien Städte geknüpft. Sollten diese 100 oder mehr betragen, bleiben die Klassen zu Hause im Homeschooling. Ausnahmen gibt es nur für aktuelle Abschlussklassen, die wie niedrige Klassenstufen ebenfalls in Infektionsphase „Gelb“ am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen.
Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt liegt der Inzidenz-Wert momentan bei 112,4 und somit über dem festgelegten Wert des Ministeriums. Die Stadt Rudolstadt weist daher darauf hin, dass die Klassenstufen ab Klasse 7, die keine Abschlussklassen sind, ab heute für mindestens eine weitere Woche nicht am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. „Dies gilt natürlich nur solange, bis möglicherweise eine andere Regelung durch das Bildungsministerium getroffen wird. Wir bedauern die oft schlechte Informationspolitik des Ministeriums sehr. Viele Informationen kommen zu spät, gar nicht oder sind nur schwer nachvollziehbar.“, beschreibt Bürgermeister Jörg Reichl die Situation für seine städtischen Schulen. Momentan ist nicht abzusehen, wann auch die höheren Klassenstufen im Landkreis wieder in die Schule dürfen. „Sollte an der Inzidenz-Richtlinie festgehalten werden, können viele Schüler möglicherweise noch sehr lange nicht zurück in ihren Schulalltag. Aber momentan fehlen eine klare Kommunikation sowie ein verständlicher Wegweiser durch das Bildungsministerium und somit eine Perspektive für die Schüler im Homeschooling.“, so Reichl.

Michael Wirkner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit