Ammelstädt

An der B 85, unmittelbar angrenzend an den Ortsteil Pflanzwirbach, liegt der kleine Ort "Ammelstädt". Die Ortsbezeichnung wird aus dem Personennamen Amahung hergeleitet. Erstmals erwähnt wird "Amelungestete" 1350 in Urkunden Friedrich des Gestrengen als orlamündischer Besitz. Nach wechselnden Besitzern kam es im 15. Jhrd. unter schwarzburgischen Besitz, 1805 wurde das Dorf in die Landeshoheit von Sachsen - Gotha - Altenburg eingegliedert und 1826 schließlich in Besitz der Herzogs von Sachsen - Altenburg. Mit der Gründung der Kreise in Thüringen, nach dem ersten Weltkrieg, wurde Ammelstädt 1922 in den Kreis Rudolstadt eingegliedert. Von 1923 bis 1924 waren die Gemeinden Pflanzwirbach und Ammelstädt zu einer Gemeinde vereinigt. Von 1991 - 1996 gehörte es, als selbstständige Gemeinde, zur Verwaltungsgemeinschaft Teichel, wurde im Zuge der Gebietsreform 1997 in die Einheitsgemeinde Stadt Remda-Teichel als Ortsteil eingemeindet. Ammelstädt lag an der spätmittelalterlichen Kupferstraße von Mansfeld nach Nürnberg, heute die B 85. Bemerkenswert ist, dass Ammelstädt als herzoglicher Besitz der Altenburger, seit 1825 eine Enklave innerhalb des "Schwarzburgischen" war. Davon zeugen heute noch ca. 160 von 190 markanten Grenzsteinen. Zur Prüfung der Kennzeichnung der Gemarkungsgrenzen führten und führen die Ammelstädter in regelmäßigen Abständen eine Grenzbegehung - den so genannten "Flurzug" - unter großer Beteiligung der Einwohner durch. Neben den Bauernwirtschaften gab es eine Getreidemühle und eine Dampfbrauerei, die später mbis 1990 als Mosterei genutzt wurde. Seit 1990 hat Ammelstädt seine Bevölkerungsstruktur grundlegend geändert. Vor dieser Zeit waren Bauernwirtschaften, zuletzt in der LPG der Haupterwerb der Einwohner. Heute prägt ein ab dem Jahre 1992 erschlossenes ca. 9,20 ha großes Gewerbegebiet das Leben des Ortes. Nur noch wenige Einwohner arbeiten in der Agrargenossenschaft Teichel. 17 Gewerbebetriebe oder Gewerbetreibende sind im Ort ansässig. Das Vereinshaus (Kapazität für ca. 30 Personen) wird sowohl von den Vereinsmitgliedern des Feuerwehr- und Heimatvereines Ammelstädt e. V., als auch von den Einwohnern genutzt. Im Ort, mit seinen 148 Einwohnern, gibt es einen sehr aktiven Feuerwehr- und Heimatverein, der die alten Traditionen pflegt und neue ins Leben gerufen hat. Besonders das alle 2 Jahre durchgeführte "Backmullenrennen" auf der angestauten Remdaer Rinne, die mitten durch das Dorf fließt, ist eine Veranstaltung mit großer Anziehungskraft für die gesamte Umgebung.

Die Ortschaft gehört seit dem 1. Januar 2019 zur Stadt Rudolstadt.

Daten zum Ort

Einwohner: 133
(Stand: 31.12.2018)