Lesung zum Thema migrantische Erfahrungen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt. Foto: Stadt Rudolstadt

Perspektiven sichtbar machen

Migrantische Erfahrungen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt

Erwerbsarbeit hat für viele Menschen einen zentralen Stellenwert im Leben – für hier Geborene ebenso wie für Zugewanderte. Erwerbsarbeit bietet die Möglichkeit, für sich und die Familie zu sorgen und – im Idealfall – dem eigenen Leben einen Sinn zu geben. Nicht zuletzt ist der Arbeitskontext ein Ort für soziale Kontakte. Für Neuzugewanderte ist der Schritt in die Arbeitswelt in der neuen Gesellschaft nicht einfach und an viele Bedingungen geknüpft: Sprachkenntnisse, Qualifikationsnachweise und deren Anerkennung im bürokratischen Deutschland und grundsätzlich die Chance, die hiesigen Bedingungen und Besonderheiten kennen zu lernen. 
Zur Lesung am Donnerstagabend kamen rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer in die Aula der Stadtbibliothek, um von ehemaligen Flüchtlingen zu hören, welche Erfahrungen sie nach ihrer Ankunft 2015 gemacht haben. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf ihren Eindrücken vom Einstieg in den Thüringer Arbeitsmarkt. In der Lesung stellten die Interviewten selbst ihre Kurzportraits vor, die – als Einzelfälle betrachtet – ein kleines, jeweils subjektives Schlaglicht auf den komplexen Prozess der beruflichen Integration werfen. In der anschließenden Gesprächsrunde wurde diskutiert, was getan werden kann und muss, um diesen Einstieg zu erleichtern – für beide Seiten: Arbeitgeber und Arbeitnehmer. An der Diskussionsrunde nahmen Bürgermeister Jörg Reichl, Neue Nachbarn und interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rudolstadt teil. "Gern würden wir eine solche Veranstaltung auch in anderen Thüringer Städten durchführen", so Melanie Pöhler vom DGB-Bildungswerk Thüringen, die gemeinsam mit Angelika Roschka an der Broschüre mit den Porträts gearbeitet hat, die bei der Lesung vorgestellt wurden.