Die Thüringer Symphoniker während ihres Konzerts zur 9. Sinfonie von Beethoven im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth. Foto: Martin Modes

Die Thüringer Symphoniker während ihres Konzerts zur 9. Sinfonie von Beethoven im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth. Foto: Martin Modes

Kammerchor der Musikschule Franz List in Weimar. Foto: Martin Modes

Die Thüringer Symphoniker während ihres Konzerts zur 9. Sinfonie von Beethoven im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth. Foto: Martin Modes

Bürgermeister Jörg Reichl mit Frau Silvia (m.) und Rudolstadts Stadtratsvorsitzenden Herbert Wirkner (r.) sowie der bayreuther Stadtrat Stephan Müller (l.) und Altstadtrat Gerhard Gollner. Foto: Martin Modes

Festkonzert der Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth

Zum 150. Jahrestag der Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses

An seinem 59. Geburtstag, am 22. Mai 1872, einem Mittwoch, konnte Richard Wagner mit einem Festkonzert im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth die Grundsteinlegung für sein längst weltberühmtes Festspielhaus dem Grünen Hügel feiern – dass dann vier Jahre später eröffnet wurde. Das Opernhaus hatte einst Richard Wagner nach Bayreuth gezogen – auch wenn die damals größte Bühne für Wagners Werke nicht ausreichte und er erst mit dem eigens gebauten Festspielspielhaus am Grünen Hügel im Jahr 1876 mit seinen weltberühmten Festspielen starten konnte. Gespielt wurde Beethovens 9. Sinfonie – und dirigiert hat Richard Wagner selbst.

Genau 150 Jahre später, diesmal an einem Sonntag, hatte die Stadt Bayreuth am gleichen Ort und am gleichen Tag zum Festkonzert anlässlich des Jubiläums eingeladen – und diesmal dirigierte der Chefdirigent und musikalische Leiter der Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt Oliver Weder Beethovens 9. Sinfonie mit großer Verve.

Eigentlich stand beim Festkonzert vor dem Finale noch ein Festvortrag von Dr. Sven Friedrich, den Direktor des Richard-Wagner-Museums auf dem Programm. Stattdessen war der Festvortrag gleich zu Beginn nach der Begrüßung durch Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger vorangestellt worden. „Die Programmumstellung ist mir zu verdanken – denn ich weigere mich, Beethoven zu unterbrechen“, sagte Friedrich. Mit etwas Glück ist dieser Festvortrag demnächst in den Rudolstädter Heimatheften nachzulesen. Und das Konzert war nun „in einem Rutsch“ zu erleben.

Das Festkonzert, das im Rahmen von Bayreuths traditionsreicher Konzertreihe „Musica Bayreuth“ vom Friedrichsforum veranstaltet wurde, war schon seit längerem ausverkauft. Für die Thüringer Symphoniker war der Auftritt vor der ausverkauften Welterbestätte Markgräfliches Opernhaus ein besonderes Konzerthighlight. Und dürfte die Symphoniker und ihre Klasse auch in der Partnerstadt bekannter gemacht haben.

Zusammen mit dem Kammerchor der Musikschule Franz List in Weimar und den Solisten Zinzi Frohwein – Sopran, Madine Weissmann – Mezzosopran, Michael Gniffke – Tenor und Uwe Schneker-Primus - Bariton brachten sie die Botschaft nach Einigkeit und Frieden auf die Bühne des barocken Opernhauses.

Das Publikum applaudierte, gab Standing Ovations und zeigte seine Begeisterung über die erfüllten Erwartungen an das große Konzert.

Rudolstadts Bürgermeister, der extra zur Aufführung nach Bayreuth angereist war, zeigte sich schwer beeindruckt nach der Aufführung: „Es macht mich stolz, dass nach 150 Jahren nachdem Richard Wagner an diesem Ort Beethovens 9. Sinfonie spielte, ausgerechnet die Thüringer Symphoniker die Ehre bekamen, die Melodien am selben Tag zum Leben zu erwecken.“

Oliver Weder hatte sich bei diesem Konzert auch auf eine Delegation aus Rudolstadt gefreut – und, die neben Bürgermeister Jörg Reichl, auch aus dem Stadtratsvorsitzenden Herbert Wirkner und der Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsbeirates Almut Steinmetz sowie Theaterintendant Steffen Mensching vertreten war. Es sei wohl schon 20 Jahre her, dass die Thüringer Symphoniker in der Partnerstadt Bayreuth gespielt hätten, so Oliver Weder im Gespräch mit Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger

Beim abschließenden Empfang nutzten die Rudolstädter und die Bayreuther Freunde – allen voran Altstadtrat Gerhard Gollner und Christel Gollner die Möglichkeit, die über 30 Jahre alten Verbindungen weiter zu pflegen.

Das Festkonzert mit Beethovens 9. Sinfonie am 22. Mai war sicher der Höhepunkt der städtepartnerschaftlichen Begegnungen zwischen Bayreuth und Rudolstadt in diesem Jahr – in dem die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft nachgeholt werden kann, die wegen der Corona-Pandemie vor zwei Jahren ausfallen musste.

Der erste Akt des nachgeholten Jubiläums hatte bereits im Frühjahr mit der nachgeholten Ausstellung des Rudolstädter Marinemalers Olaf Rahardt in der Weite der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus Bayreuth stattgefunden.

Mit diesem zweiten Akt – dem Konzert - dürfte jedenfalls die Chance gestiegen sein, die Symphoniker künftig öfters in der Partnerstadt zu erleben. Der nächste Auftritt und damit der dritte Akt in diesem Jahr steht bereits unmittelbar bevor – das Klassik Open Air, das von der Stadt Bayreuth und der Sparda Bank veranstaltet wird. Unter dem Motto „umsonst und draußen“ ist dann am Freitag, den 24. Juni um 20 Uhr das Blasorchester der Thüringer Symphoniker zu erleben – mit einem Programm von Gershwin bis Mozart bei diesem einmaligen Sommerfestival, das zum 8. Mal stattfindet.

„Jeder, der einmal wieder eine Reise in die Partnerstadt unternehmen will, sollte sich diesen Termin vormerken“, so Bürgermeister Jörg Reichl. „Denn es ist ein großes Publikumsereignis mitten in der Bayreuther Innenstadt – und die Gelegenheit für die Menschen aus unserer Region dabei zu sein – völlig ohne Beschränkungen bei Plätzen und Karten.“

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit