Stadtoberverwaltungsrat Johannes Baier wechselt in den Ruhestand

Stadtoberverwaltungsrat Johannes Baier wechselt in den Ruhestand. Foto: Tom Demuth

Ein Co-Pilot der Stadtverwaltung geht von Bord

Stadtoberverwaltungsrat Johannes Baier wechselt in den Ruhestand
 

Nach 30 Jahren in der Stadtverwaltung Rudolstadt verlässt Johannes Baier das Rathaus. Der Jurist und Stadtoberverwaltungsrat sowie Fachdienstleiter Recht, Sicherheit und Ordnung wechselt in den Ruhestand. Bei seiner heutigen Verabschiedung im Rudolstädter Löwensaal würdigte Bürgermeister Jörg Reichl sein Engagement für die Stadt. In seiner Rede machte Reichl immer wieder Querverweise zum Thema Fliegen. Dem Flugsportverein FSV „Otto Lilienthal“ Rudolstadt e. V. und dem Flugplatz in Groschwitz ist Baier eng verbunden. Reichl betonte vor allem, wie Baier als einer der Co-Piloten der Anfangsjahre der Stadtverwaltung nach der politischen Wende, für viele Mitarbeiter wegweisende Richtungen vorgab. Geboren und aufgewachsen ist Johannes Baier in Bayreuth, wo er nach zwei juristischen Staatsprüfungen für mehrere Kanzleien gearbeitet hatte. Seine Sozialisierung in der Bundesrepublik Deutschland und sein juristisches „Know How“ hatten den Vorteil, dass Baier viele Sachverhalte, die für viele Mitarbeiter in Zeiten des politischen Umbruchs neu waren, verstehen und anleiten konnte.  

Johannes Baier übernahm die Beratung und juristische Vertretung der städtischen Eigengesellschaften SER, EVR, RUWO, Saalemaxx und des Alten‐ und Pflegeheims Cumbach sowie die Vertretung der Stadt in den Aufsichtsgremien der städtischer Eigengesellschaften SER, RUWO, EVR.

2015 übernahm er schließlich auch das Rechtsamt der Stadt, das 2017 unter seiner Leitung in den Fachdienst Recht, Sicherheit und Ordnung aufging.

Aber auch die Interessenvertretung der Stadt bei der Wirtschaftsansiedlung, insbesondere im Gebiet des ehemaligen Chemiefaserkombinats war ein „dickes Brett“, was die Verwaltung zunächst oft in Berlin zu bohren hatte. „Hier konnte Baier auf verlässliche Partner wie Egon Weyh, Bürgermeister Hartmut Franz und viele weiteren Protagonisten bauen“, so Reichl.

Auch die Ansiedlung der Thomas Filmtheater GmbH mit dem Cineplex-Kino, die Wiederbelebung der Ankerstein-Produktion sowie die Sanierung der baufälligen Orangerie in Cumbach sind Ergebnisse für das Wirken und das Engagement von Johannes Baier.

„Ich möchte dir für die letzten 30 Jahre Gestaltung unserer Verwaltung und der Stadt herzlich danken und für deine Zukunft alles Gute wünschen. Bleibe unserer Stadt, die hoffentlich in den letzten drei Jahrzenten zu deiner Heimat geworden ist, treu. Für deinen neuen Lebensabschnitt wünsche ich dir einen guten Flug – oder wie wohl Flieger sagen: Holm und Rippenbruch“ schloss Reichl seine Dankesworte.

Johannes Baier zeigte sich bewegt und dankte seinem Dienstherrn sowie seinen Mitarbeitern und Wegbestreitern der letzten drei Jahrzehnte. Eine Frage konnte er jedoch gleich zu Beginn aus dem Weg räumen: „In letzter Zeit erreichen mich vermehrt Anfragen ob ich nun zurück in meine Heimat nach Bayreuth gehe. Viele verorten mich aufgrund meines fränkischen Dialekts wohl immer noch nicht mit Rudolstadt. Doch, und das wird auch den Bürgermeister freuen, ich werde auch zukünftig meine Steuern und Abgaben an die Stadt Rudolstadt verrichten.“ Baier betonte wie sehr ihm die Stadt an der Saale ans Herz gewachsen ist, die ihm anfänglich wegen Industrie- und Kohleabgasen und sozialistischer Neubauten so gar nicht freundlich erschien. „Es ist schön diesen Weg der Stadt vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan miterlebt und ein Stück weit mitgestaltet zu haben.“ Johannes Baier ist längst angekommen in Rudolstadt, die Stadt die sein Zuhause geworden ist und für die Zeit seines Ruhestands auch bleiben wird.


Michael Wirkner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit