Finissage am 7. Februar 2020, 18.00 Uhr im Alten Rathaus

Finissage am 7. Februar 2020, 18.00 Uhr im Alten Rathaus

Finissage der Ausstellung DER GREIFENVERLAG ZU RUDOLSTADT 1919–1993

Die anlässlich des 100. Gründungsjahres des Greifenverlages Rudolstadt am 22. Oktober 2019 eröffnete Ausstellung im Alten Rathaus endet am 7. Februar 2020, 18.00 Uhr mit einer Finissage, zu der die Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte e.V. Rudolstadt herzlich einlädt.

Dr. Jens Kirsten vom Literaturbüro Thüringen in Weimar, der maßgeblich an der Erarbeitung der Ausstellung beteiligt war, thematisiert in seinem Gastbeitrag die Bedeutung der Exilliteratur des Greifenverlages nach dem Zweiten Weltkrieg.

Martin Wendl vom Auktionshaus Wendl Rudolstadt, spricht über seine langjährige Zeit als Lektor und Autor mehrerer Veröffentlichungen im Greifenverlag.

Für die musikalische Umrahmung sorgt Peter Kleinfeld aus Großkochberg.

Der Eintritt der Ausstellung und der Finissage ist frei.



Öffnungszeiten: Dienstag 9-16 Uhr, Donnerstag 9-18 Uhr, Freitag 9-12 Uhr sowie nach Voranmeldung in der Historischen Bibliothek der Stadt Rudolstadt (03672/486160 oder t.zober@rudolstad.de).

Der bisher umfangreichsten und zugleich tiefgründigsten Veröffentlichung über den Greifenverlag zufolge (C. Wurm, J. Henkel, G. Ballon: Der Greifenverlag zu Rudolstadt 1919-1993. Verlagsgeschichte und Bibliographie. Wiesbaden 2001) ist das Rudolstädter Buchunternehmen zwar nicht zu den größten und einflussreichsten in der Geschichte des Verlagswesens des 20. Jahrhunderts zu zählen, gleichwohl aber zu einem der interessantesten. Seine Gründung am 17./18. Oktober 1919 im sächsischen Hartenstein stand in engem Zusammenhang mit der Wandervogelbewegung, deren Schriften in den zwanziger Jahren weitgehend das Verlagsprofil bestimmten. Für den Namen stand das Wappentier des Wandervogels Pate, der Greif. 1921 zog der Verlag nach Rudolstadt um, wo er seinen Firmensitz zunächst in der Schillerstraße 41 einrichtete und ab 1926 bis zu seinem Ende im Oktober 1993 auf der Heidecksburg residierte. Die wechselvolle Geschichte des Verlages ist untrennbar mit seinem Gründer Karl Dietz (1890-1964) verbunden, der das Privatunternehmen bis zu seinem Tode leitete. Unmittelbar danach ging es in Staatsbesitz über und war dem Ministerium für Kultur der DDR unterstellt. Die nach der Vereinigung beider deutscher Staaten einsetzende Privatisierung der DDR-Verlage überlebte der Greifenverlag jedoch nicht. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Oktober 1993 war sein Schicksal besiegelt. Sieben Jahrzehnte lang waren es die Bücher mit dem Greif als Verlagssignet, die zum Bekanntheitsgrad Rudolstadt nicht unwesentlich beitrugen.

Die von der Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte e.V. veranstaltete Ausstellung will aus dem gegebenen Anlass die Bedeutung des belletristische Buchverlages für die kulturelle Identität der Stadt würdigen. Die Text- und Bildtafeln wurden von Dr. Jens Kirsten (Weimar) und Jens Henkel (Rudolstadt) erarbeitet. Die Leihgaben, eine Auswahl von insgesamt nahezu 1000 Verlagserzeugnissen wie Bücher verschiedener literarischer Genres, Kalender und Almanache oder Kunstmappen mit originalen Druckgrafiken, stammen weitgehend aus der Historische Bibliothek der Stadt Rudolstadt.