Künstler*innen aus 55 Ländern beim ausverkauften Rudolstadt-Festival 2019 - Großer Zuspruch für Ensembles aus dem Iran

Mit dem Iran hat Deutschlands größtes Festival für Roots, Folk und Weltmusik diesmal einen Schwerpunkt gesetzt, der auf außergewöhnliche Resonanz gestoßen ist. Das Publikum reagierte begeistert auf die acht iranischen Ensembles. In der Diaspora lebende Künstler wie der Perkussionist Habib Meftah oder der mit einer Fatwa belegte Sänger Shahin Najafi bekamen Standing Ovations, ebenso gefeiert wurden der Tar-Virtuose Ali Ghamsari aus Teheran oder das Hamnava Ensemble um die Sängerin Baran Mozafari, das aus dem Süden des Irans anreiste. Auch eine Konferenz zu persischer Musik und der Situation von Musiker*innen, Diskussionen und eine Ausstellung fanden großes Interesse.

„Der starke Zuspruch freut uns nicht nur für das Festival, sondern besonders auch für die iranischen Künstler und Künstlerinnen. Der Wunsch, ihre Musik mit einem so aufgeschlossenen Publikum zu teilen, war schon vor dem Festival deutlich spürbar, mehr noch als in anderen Jahren“, so Programmdirektor Bernhard Hanneken. „Auch wenn der Iran immer wieder für neue Schlagzeilen sorgt – im Grunde wissen wir sehr wenig über das Leben der Menschen. Das Festival konnte hier hoffentlich einen Beitrag zu persönlicher Begegnung leisten.“

Seit Donnerstag kamen täglich mehr als 25.000 Musikfans ins thüringische Rudolstadt. Mehr als 130 Bands und Solokünstler*innen aus 55 Ländern waren dabei und bespielten rund 30 Bühnen in der ganzen Stadt.

 

Neues Zuhause für das Folk Festival der Europäischen Rundfunkunion EBU

Bevor das Festival am Abend zu Ende geht, stehen weitere internationale Headliner auf dem Programm: Seun Kuti, Sohn des großen nigerianischen Afro-Beat-Pioniers Fela Kuti sowie die Cowboy Junkies als stilbildende Alternative Country Band aus Kanada.

Außerdem zeigt sich einmal mehr die Vielfalt der europäischen Folk- und Weltmusikszene. Im Rahmen der neuen Partnerschaft mit der Europäischen Rundfunkunion EBU treten Ensembles aus der Türkei, Estland und Weißrussland auf. Schon zuvor gaben Künstler*innen aus 13 weiteren Ländern der EBU Konzerte in Rudolstadt. Auch für die nächsten zwei Jahre ist eine enge Zusammenarbeit geplant. Beide Seiten möchten damit eine langfristige, dauerhafte Partnerschaft mit dem Folk Festival der EBU etablieren, das bislang an jährlich wechselnden Orten stattfand.

Graham Dixon, Head of Radio bei der EBU betont: „Im Gegensatz zum Rudolstadt-Festival hatten wir bisher noch nie ein Zuhause. Wir werden weiterhin Musik und Bands in ganz Europa suchen, aber es ist wunderbar, dieses großartige Zuhause gefunden zu haben. Musik ist wichtig für das Radio - insbesondere für die öffentlichen Medien. Als solche bieten wir unseren Hörern neue Stilrichtungen, neue Erfahrungen. Wir fördern junge Talente und feiern Vielfalt. Für uns wie für Rudolstadt ist Musik eine Entdeckungsreise, und aus diesem Grund bin ich optimistisch, dass unsere Ehe lange dauern wird!“

Das nächste Rudolstadt-Festival findet vom 2. bis 5. Juli 2020 statt. Das Festival feiert dann sein 30-jähriges Bestehen. Welchem Land der Schwerpunkt gewidmet wird, geben die Organisatoren Ende des Jahres bekannt.

Quelle: Rudolstadt-Festival | Miriam Rossius

Rudolstadt-Festival 2019: Blick auf die Große Bühne auf dem Marktplatz. Foto: Alexander Stemplewitz

Rudolstadt-Festival 2019: Blick auf die Große Bühne auf dem Marktplatz. Foto: Alexander Stemplewitz