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PR─MIERUNG UND ANERKENNUNG 2013

Würdigung des privaten Engagements der Eigentümer für gelungene Bauvorhaben zur Aufwertung des Stadtbildes der historischen Altstadt von Rudolstadt im Jahr 2013

 

1. Prämierung - Gesamtsanierung des Gebäudes Marktstraße 6

Das Gebäude Marktstraße 6 wurde um das Jahr 1900 als dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach und einer für diese Zeit typischen klassizistischen Fassadengestaltung errichtet und befindet sich im östlichen Bereich der Fußgängerzone im Anschluss an das stadtbildprägende Eckgebäude Marktstraße 2, 4 und Ludwigstraße 1. Die historische Fassadengestalt ging in den nachfolgenden Jahren durch Entfernen der historischen Gliederungselemente der Fassade (Gesimse, Fensterumrahmungen mit Bekrönung, Sollbänke Fenstersprossung und Hauseingangstür) immer mehr verloren. Durch fehlende Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen über Jahrzehnte entstanden Leerstand und baulicher Verfall. Am Hinterhaus bestand akute Einsturzgefahr, der die Nachbarbebauung gefährdete. Die geringe Grundstücksbreite von nur ca. 3,25 m verbunden mit den bestehenden Einschränkungen des Grundstückszuschnittes und der geringen Grundstücksgröße von nur ca. 52 m² erwiesen sich über Jahre als unattraktiv für Investoren.
Gewürdigt wird das besondere Engagement der neuen Eigentümer des stadtbildprägenden Eckgebäudes Marktstraße 2, 4 und Ludwigstraße 1 das vom Verfall bedrohte Gebäude der Marktstraße 6 zusätzlich in die Gesamtsanierung des anschließenden Eckgebäudes mit einzubeziehen sowie die gelungene altstadtgerechte Fassadenerneuerung unter der Verwendung von Holz für die typischen Gestaltungsmerkmale einer historischen Fassade. Das verfallene Hinterhaus wurde abgerissen und die innere Struktur des Hauses zeitgemäßen Wohnverhältnissen angepasst. Es entstand eine Wohnung über mehrere Etagen mit einer großzügigen Terrasse im 2. Obergeschoss im rückwärtigen Grundstücksbereich. Im Rahmen von Wärmedämmmaßnahmen an der straßenseitigen Außenwand wurden die Fenster analog dem ehemals typischen historischen Fassadenbestand wieder bündig (ohne Leibung) eingesetzt und eine auf den umliegenden Fassadenbestand gelungene Farbgebung umgesetzt. Zusammen mit der gleichzeitig durchgeführten gelungenen Gesamtsanierung des anschließenden repräsentativen Eckgebäudes Marktstraße 2, 4 und Ludwigstr. 1 konnte ein stadtbildprägender Standort im historischen Altstadtbereich (entlang der Fußgängerzone und der Bundesstraße) seine Attraktivität im Stadtbild wiedererlangen. Die Gestaltung der Straßenfassade konnten mit Mitteln der Mehraufwandsförderung aus dem Städtebauförderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" unterstützt werden.

 



vor der Sanierung
nach der Sanierung nach der Sanierung

 

 

2. Anerkennung Fassadensanierung des Einzeldenkmals Neumarkt 6

Das Wohn- und Geschäftshaus Neumarkt 6 liegt in der geschlossenen, die nördliche Platzseite des Neumarktes bildenden Hauszeile. Es genießt neben den Gebäuden Neumarkt 1 und dem Eckgebäude des Amtsgerichts Denkmalschutz als Kulturdenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 ThürDSchG. Diese Gebäude zusammen mit dem übrigen noch vorhandenen historischen Gebäudebestand geben dem Platzbereich seine Identität und machen Geschichte erlebbar. Erbaut wurde das Gebäude im Jahr 1792 an Stelle der Vorwerksscheunen. In den Jahren vor der Wende verlor die Fassade ihr ehemals prägendes, historisch wertvolles Erscheinungsbild. An der Außenfassade zum öffentlichen Raum kam im Rahmen von Instandsetzungsmaßnahmen der zu dieser Zeit typische Münchner Rauputz zum Einsatz und die Fenster wurden nur mit einer Kämpfersprosse im Oberlicht ausgeführt.
Mit neuem Eigentumsübergang des Grundstückes konnte 2013 die 1990 begonnene Sanierung des Dachgeschosses an der Straßen- und Hoffassade weitergeführt werden. Alle Fensteröffnungen der Straßenfassade erhielten handwerklich wertvolle altstadttypische Holzfenster mit profiliertem Kämpfer und Mittelsprosse, im Erd- und Obergeschoss wurden die profilierten Fensterbekleidungen erneuert und die Bekleidung der historischen Holztoranlage aufgearbeitet. Der vorhandene Münchner Rauputz wurde mittels Einsatz von Armierungsgewebe überputzt und der für die Altstadtfassaden typische feinkörnige Putz aufgebracht. Die Fassade erhielt in Abstimmung mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und dem Sachgebiet Sanierung eine neue Farbgebung. Gleichzeitig wurde auch die Fassade zum Hof saniert. Dort wurden neue Holzfenster mit altstadtgerechter Sprossung eingebaut. Die ehemals vorhandenen Putzfaschen als Fenstereinfassungen wurden durch Fensterbekleidungen in Holz ersetzt. Das vorhandene großflächige einfach gestaltete Holztor im rückwärtigen Durchfahrtsbereich wurde zu Gunsten eines handwerklich hochwertigen, zweiflügligen Holztores mit Kassettenfüllung und Bleiverglasung für Zierelemente im Oberlicht ausgetauscht. Die Sanierungsmaßnahmen am Gebäude wurden mit einem hohen Anteil von Eigenleistung des Eigentümers durchgeführt.
Ebenfalls vom gleichen Eigentümer saniert wurde schon im Jahr 1998 das anschließende Gebäude Neumarkt 4. Besonders erwähnenswert sind dabei die Aufwendungen des Eigentümers, die im Rahmen der Erneuerung der Fenster mit seinen Fensterbänken im Obergeschoss und den einzigartigen und sehr aufwendig gestalteten Schaufenstern mit Ladentüren und Hauseingang im Erdgeschoss nach Originalmuster geleistet wurden. Dieses beispielhafte Engagement des Eigentümers beim Erhalt bzw. Wiederherstellung der ortstypische Bausubstanz sowohl des Einzeldenkmals Neumarkt 6 als auch des angrenzenden Gebäudes Neumarkt 4 am Platzbereich des kulturgeschichtlich und städtebaulich wertvollen Neumarktes der Altstadt in Verbindung mit dem Einsatz eines hohen Anteils an Eigenleistungen des Eigentümers in hervorragender Qualität wird im Rahmen einer öffentlichen Anerkennung gewürdigt.

 



vor der Sanierung
nach der Sanierung nach der Sanierung

 

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