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Lichstedt
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LICHSTEDT

Lichstedt
Historisches: Der in einem Seitental des Schaalbaches gelegene Ort wird 1275 erstmals als Lichstete erwähnt. Der Name leitet sich vermutlich vom Personennamen Licho ab, der als Schnellsprechform aus Liubicho entstand.

 

Das ehemalige Adelsdorf besaß zeitweise zwei Rittergüter, die im 18. Jahrhundert vereinigt wurden und in Besitz der Familie von Ketelhodt kamen. Der damalige Kanzler des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt, Christian Ulrich von Ketelhodt, stiftete im Jahre 1769 ein "Rosenfest". Bei der Veranstaltung, die jährlich stattfand, wurde ein geachtetes Mädchen des Dorfes als Rosenbraut gekrönt und mit einem Geldbetrag geehrt.  

Dieser kunstsinnige Regierungschef ließ auf seinem Besitz Bau- und Parkanlagen schaffen, deren griechische Bezeichnungen an das klassische Altertum erinnern sollten. Ein noch heute sichtbares Beispiel ist der oberhalb von Lichstedt gelegene "Musensitz", ein Quaderstein mit Darstellung der neun Musen.

 

Als Bewohner des Haufendorfes waren hauptsächlich Bauern anzutreffen. Deren Felder sowie der durch die Bodenreform 1945 enteignete Rittergutsbesitz wurde ab 1953 genossenschaftlich bewirtschaftet.

Das ehemalige Gutsgebäude, das neben der 1867 neu errichteten Kirche das Ortsbild bestimmte, existiert heute nicht mehr.

 

Die unweit des Dorfes gelegene kleine Ansiedlung Groschwitz wird 1334 erstmals als "villa Groyzwitz", 1411 als "Kraschzwicz", nach einem slawischen Dorfältesten Gros, erwähnt. 1511 waren bereits einige der wenigen dort wohnenden Familien nach Lichstedt umgesiedelt. Anstelle des Dorfes bestand ein herrschaftliches Vorwerk. Auf dem kärglichen Muschelkalkboden weideten in der Hauptsache Schafe. Nach 1945 wurde der Besitz volkseigenes Gut, später Sitz der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Lichstedt. Mehrere Doppelhäuser und neue Stallanlagen veränderten das Aussehen der Ortschaft.

Die Domäne Groschwitz war 1926 dem Gemeindebezirk Lichstedt angegliedert worden. Ein Großteil der Groschwitzer Flur diente als Exerzierplatz der Rudolstädter Garnison.

Schon vor dem 2. Weltkrieg entstand westlich des Ortes ein Segelfluggelände. Der Betrieb auf dem 1958 wiedereröffneten Groschwitzer Flugplatzes musste 1980 eingestellt werden, weil es sicherheitspolitische Bedenken gab. Im Jahre 1990 fand die Wiedereinweihung des Fluggeländes statt.

Aus dem ehemaligen Gut wurde ein Erlebnisbauernhof mit Festscheune, Landwirtschaftsmuseum, Hofladen sowie modernen Ferienwohnungen und Fremdenzimmern. Das dort lebende Rot- und Damwild, die Schafe, Katzen und das Federvieh sind besonders für Kinder interessant.

 

Seit dem 1. Juli 1997 gehören Lichstedt und Groschwitz zur Stadt Rudolstadt.

 

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