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PROGRAMM FÜR DAS RUDOLSTADT-FESTIVAL IST KOMPLETT
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Von Island über Iran bis zur Osterinsel

Die iranische Musikszene und eine neue europäische Partnerschaft stehen diesmal in Rudolstadt besonders im Fokus. Künstler*innen aus fast 40 Ländern sind zu Deutschlands größtem Festival für Roots, Folk und Weltmusik eingeladen. Erneut stellt das Festival dabei ungewohnte oder herausfordernde Klänge neben bekannte Namen und Szenestars. So spielen vom 4. bis 7. Juli 2019 u.a. Angelique Kidjo, Herbert Pixner, Ólafur Arnalds, Cowboy Junkies, Alice Phoebe Lou, Hamid Motebassem, Shahin Najafi, Luedji Luna, Die Höchste Eisenbahn. Beim Tanz liegt der Fokus auf der französischen Bourrée, und als neue Partnerin bringt auch die EBU, die European Broadcasting Union, ausgewählte Musikerinnen und Musiker nach Thüringen.

 

Musik von Island bis zur Osterinsel
Das Auftaktkonzert am 4. Juli steht im Zeichen großer Künstlerinnen des Jazz, Folk und Blues. Ihnen ist die Hommage "Sing The Truth" gewidmet, ein Projekt dreier Frauen, die selbst für ihre außergewöhnlichen Stimmen gefeiert werden: Lizz Wright, Angelique Kidjo und Cecile McLoren Salvant. Die musikalische Leitung übernimmt die Schlagzeugerin und Produzentin Terri Lyne Carrington. Pioniere des Alternative Country bestreiten drei Tage später den Ausklang: Die Cowboy Junkies aus Kanada, die durch Blues- und Folksounds in Slow Motion Maßstäbe gesetzt haben.


Aus dem umfangreichen Line-up mit rund 300 Konzerten, Workshops und Gesprächen ragt auch das Herbert Pixner Projekt heraus. Das Quartett um den Südtiroler Künstler überfliegt von den Alpen aus alle Grenzen: Flamenco, Tango, Gypsy-Jazz, rockige Riffs - einer der gefragtesten Acts im deutschsprachigen Raum. Zu den meistgebuchten isländischen Musikern gehört Ólafur Arnalds mit seinen Sounderlebnissen aus Kunst, Musik und Technik. Als neue Gallionsfigur afrobrasilianischer Frauen gilt Luedji Luna. Die Brasilianerin umhüllt ihre gesellschaftlichen Anliegen oft mit lässigen Tunes und lässt dabei auch Jazz und R&B aufscheinen. Jazzig angehauchte Singer-Songwriter-Poesie kommt von der Südafrikanerin Alice Phoebe Lou, die mit Straßenauftritten in Berlin zum Shooting Star wurde. In Berlin setzte auch Die Höchste Eisenbahn zu ihrem erfolgreichen Lauf an, paart griffige Melodien mit Humor und Zeitgeist und stellt im Sommer ihr nunmehr drittes Album vor. Bislang einzigartig ist das Projekt Small Island Big Song. Die Mitwirkenden kommen aus Inselstaaten im Pazifik und im Indischen Ozean, wo ihre Kulturen durch den Klimawandel buchstäblich vom Untergang bedroht sind.

 

Starke Kontraste beim Schwerpunkt IRAN
Für den Länderschwerpunkt Iran hat das Festival neun Ensembles ausgewählt und ein starkes Kontrastprogramm zusammengestellt. Es reicht von Konzerten, die an jahrhundertealte Traditionen anknüpfen bis zu Musik, die von aktuellem, politischem Protest getrieben ist. "Das Festival möchte zeigen, dass im Iran eine lebendige Kulturszene herrscht, die sich bemüht, einen eigenen Weg zu finden und sich auch international Gehör zu verschaffen", sagt Programmdirektor Bernhard Hanneken. Den Künstlerinnen und Künstlern werde in Rudolstadt auch ein Forum geboten, über ihre Situation, ihr Leben und ihre künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu berichten.


Am Eröffnungsabend bringt die Band Damahi eine poporientierte Fusion aus iranischen und weltmusikalischen Genres auf die Bühne. Zu den profiliertesten iranischen Musikern zählt der Komponist, Tar- und Setar-Spieler Hamid Motebassem. Zusammen mit den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt präsentiert er sein Orchesterwerk "Pardis".
Als Solistin tritt Mahdieh Mohammadkhani auf, eine der bekanntesten Stimmen des Iran. Eine ausdrucksstarke Sängerin gehört auch zum Hamnava Ensemble. Es kommt aus Buschehr im Südwesten des Landes am Persischen Golf. Als eine der wenigen Frauen versucht Baran Mozafari, die von dort stammenden weiblichen Gesangsstile ins 21. Jahrhundert zu tragen.


Für eine feinsinnige und innovative Spielart der klassischen persischen Musik steht der Tar-Virtuose Ali Ghamsari aus Teheran. Das aktuelle Programm von Shahin Najafi ist hingegen eine kraftvolle zeitgenössische Melange aus Jazz, Blues, Rock und persischen Volksliedern. Der inzwischen in London lebende Sänger und Gitarrist wurde in Europa vor allem durch sein Buch und den gleichnamigen Dokumentarfilm "Wenn Gott schläft" bekannt. Wegen Todesdrohungen musste er 2012 abtauchen, damals machten ihn seine zornigen Rap-Songs zur Stimme der iranischen Jugend. Bis heute engagiert er sich mit seiner Musik gegen politischen Terror, religiöse Unterdrückung und Gewalt.


Neben den Konzerten der neun iranischen Ensembles finden im Rahmen des Festivals auch Künstler-Gespräche sowie ein vielfältiges Symposium statt. Themen sind u.a. die Situation von Frauen, die soziale Komponente von Musik im Iran, persische Poesie, Plattenproduktion und Vermarktung.

 

Neue Partnerschaft - EBU Folk Festival in Rudolstadt
Die 29. Auflage des Festivals markiert auch den Auftakt einer Partnerschaft, die zunächst auf drei Jahre angelegt ist: Die EBU (European Broadcasting Union) feiert den 40. Geburtstag ihres Folk Festivals in Rudolstadt und bringt ausgewählte Musiker*innen an die Saale. Auch in den beiden Folgejahren soll das EBU Folk Festival Teil des Rudolstadt-Festivals sein und hier ein Forum für die unterschiedlichen Facetten der europäischen Szene finden. Langfristiges Ziel ist eine dauerhafte Zusammenarbeit. Graham Dixon, Head of Radio bei der EBU, spricht von einem neuen Kapitel in der Geschichte der Europäischen Rundfunkunion: "Trotz der großen Beteiligung und hohen Qualität der Konzerte hat das EBU Folk Festival nie ein festes Zuhause gehabt. Nun bietet die Partnerschaft mit dem gut positionierten Rudolstadt-Festival die Chance, unsere Mittel zu bündeln."


In diesem Sommer beteiligen sich Redaktionen aus 16 EBU-Mitgliedsstaaten mit Künstlern und Künstlerinnen des jeweiligen Landes. Das Spektrum ist in jeder Hinsicht weit gefasst: Es reicht von der finnischen SibA Folk Big Band mit 23 Musiker*innen bis zur Solo-Performance mit Akkordeon. Auf die verstehen sich der Weißrusse Yegor Zabelov und aus Österreich Otto Lechner in jeweils sehr eigener, origineller Weise. Tanzmusik des 19. Jahrhunderts ist mit der Schweizer Husistein-Musik ebenso vertreten wie zum Beispiel der avantgardistische Stil der polnischen Gruppe Polmuz, die den Folkbegriff ins Experimentelle erweitert.

 

Quelle: Rudolstadt-Festival

 

Weitere Informationen unter: www.rudolstadt-festival.de


08.05.2019


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