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DEUTSCHER WELTMUSIKPREIS RUTH 2017 FÜR RINGSGWANDL

Achtung: Meldung aus dem Archiv 2017

Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte Der Liedermacher und Kabarettist Ringsgwandl wird mit dem Deutschen Weltmusikpreis RUTH ausgezeichnet. Laut Jury besitzt er "die Fähigkeit, seine Heimat Bayern künstlerisch ganz und gar zu erfassen, ihre Eigenheiten seinen Landsleuten vor Augen zu führen und sie den anderen – den Nichtbayern – verständlich zu machen". Dafür erhält Georg Ringsgwandl den Hauptpreis der RUTH 2017. Bei der Förder-RUTH fiel die Wahl auf Banda Internationale, zu der sich in Dresden Musiker aus Deutschland, Iran, Irak, Syrien und Burkina Faso zusammengetan haben. Mit der Ehren-RUTH würdigen die Juroren das langjährige Engagement des renommierten Musikethnologen Max Peter Baumann. Der Sonderpreis geht an das österreichische Quintett Alma, das lustvoll mit Jazz, Volksmusik und Klassik experimentiert.

Georg Ringsgwandl hat sich vor über 20 Jahren endgültig von seinem Beruf als Kardiologe verabschiedet, um sich ganz der Musik zu widmen. Die schrillen Bühnen-Outfits des in Bad Reichenhall geborenen Künstlers prägten sich schnell ein, aber vor allem mit seinen Texten überzeugte der bayerische Liedermacher Kritiker und Publikum in der ganzen Republik. Das hebt auch die Jury in ihrer Begründung hervor: "Zwar ist er mittlerweile milder geworden – schließlich "trinke auch der wildeste Hund irgendwann Kamillentee" -, doch bequem gemacht hat er es weder sich noch anderen. Sein Blick bleibt scharf, seine Feder schwarzhumorig, seine Songs angriffslustig und offenbarend. Schließlich gibt es eine ganze Menge zu vermelden über unsere Wohlstandskultur und unser Streben nach immer mehr."

Der Förderpreis für die Banda Internationale gilt vor allem der Musik, würdigt damit aber auch das politische Engagement: Um das Jahr 2000 gehörte eine Gruppe Dresdener Musiker mit zu den ersten, die in der Stadt couragiert gegen nationalistische Tendenzen und Fremdenfeindlichkeit protestierten. Sie nannte sich Banda Comunale und spielte einen Stilmix aus Osteuropa, Südamerika und Nordafrika. Inzwischen hat sie sich mit Sachsen aus Syrien, Iran, Irak und Burkina Faso zur vielköpfigen Banda Internationale erweitert. Hier wird, so formuliert die Jury, "menschliche Hilfe gelebt und gleichzeitig eine musikalische Vision entwickelt, die den Musikern aus Dresden neue Horizonte und den Musikern aus anderen Kulturen Wertschätzung entgegenbringt und notwendige künstlerische Perspektiven aufzeigt. Über Integration, Identität oder Heimat wird lautstark debattiert. Die Banda Internationale lässt mindestens ebenso lautstark Taten sprechen. Neue Heimat-Musik fürs Volk."

Die Ehren-RUTH an einen Vertreter der Wissenschaft zu verleihen, war aus Sicht der Jury lange überfällig. Sie entschied sich für den Schweizer Musikethnologen Max Peter Baumann, der in Bamberg, Berlin und Würzburg gelehrt hat. Seit langem befasst sich der international renommierte Forscher mit der Frage: Wie entwickelt sich (traditionelle) Musik in Zeiten der Globalisierung? "Den Diskurs über damit zusammenhängende Fragen hat er immer wieder belebt und vorangetrieben; damit hat er Kollegen wissenschaftlich herausgefordert und ungezählt viele StudentInnen für ihren späteren Lebensweg geprägt." begründet die RUTH-Jury ihre Entscheidung.

Die Musiker des österreichischen Quintetts Alma spielen eine Musik, "die alpin und transalpin ist, lyrisch und lebendig, intelligent und unterhaltend. Damit verleihen sie der mitteleuropäischen (Geigen-)Musik einen wunderbaren und frischen Strich." Das lobt die Jury an der Band, die den Sonderpreis der RUTH erhält, vier Frauen und ein Mann zwischen Ende 20 und Mitte 30. Alle sind mit der alpenländischen Musiktradition aufgewachsen, aber was sie daraus machen, ist zeitgemäß und kreativ: "Eigene Grundierungen in Jazz, Volksmusik und Klassik werden so zu Ausgangspunkten lustvollen Experimentierens... In jeder Musiksprache absolut preiswürdig."

Der Deutsche Weltmusikpreis RUTH ist mit insgesamt 11.500 Euro dotiert. Verliehen wird er am 8. Juli 2017 im Rahmen von Deutschlands größtem Festival für Roots, Folk und Weltmusik, dem Rudolstadt-Festival. Der Preis wird jährlich von MDR Kultur (federführend für weitere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten), dem Trägerkreis creole und dem Rudolstadt-Festival ausgelobt.

Weitere Informationen auf www.weltmusikpreis.de

Quelle: Rudolstadt-Festival/ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

28.02.2017


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