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DREHARBEITEN ÜBER CHRISTIANE VULPIUS IM RUDOLSTÄDTER SCHILLERHAUS
DREHARBEITEN ÜBER CHRISTIANE VULPIUS IM RUDOLSTÄDTER SCHILLERHAUS

Achtung: Meldung aus dem Archiv 2015

DREHARBEITEN ÜBER CHRISTIANE VULPIUS IM RUDOLSTÄDTER SCHILLERHAUS Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte Im April dieses Jahres nutzte das MDR Fernsehen das Schillerhaus Rudolstadt als Filmkulisse. Anlass ist eine Sendung über Christiane Vulpius in der Sendereihe "Lebensläufe". Weitere Aufnahmen entstanden auch am Saaleufer und im Heinrich-Heine-Park. Zu sehen ist die 30-minütige Sendung im MDR Fernsehen am 04.06.2015 um 23.05 Uhr.

Christiane Vulpius: Nie hätte jemand von ihr Kenntnis genommen, hätte Goethe sie nicht zu seiner Geliebten und Ehefrau erwählt. Sie ist dreiundzwanzig, er achtunddreißig, als beide im Juli 1788 im Weimarer Park an der Ilm aufeinandertreffen. Der Dichterfürst ist soeben aus Italien zurückgekehrt. Der Aufenthalt in südlichen Gefilden hat ihn von vielen ungeliebten Weimarer Amtsbürden befreit. Vor allem aber hat Goethe in Italien eine Art sexueller Befreiung erlebt, die ihn der platonischen Freundin Charlotte von Stein entfremdet und empfänglich macht für irdisch-sinnliche Abenteuer.

Der 38-jährige Dichterfürst ist vom Charme der 16 Jahre jüngeren Putzmacherin fasziniert. Nur kurz nach dieser ersten Begegnung werden Christiane und Goethe ein Paar. Fast konspirativ halten sie ihre Beziehung für ein Dreivierteljahr geheim. Als die Mitwelt von der Verbindung erfährt, bricht ein Sturm der Entrüstung in der Weimarer Hofgesellschaft los. Goethes frühere Geliebte Charlotte von Stein und die höhere Gesellschaft intrigieren gegen die junge Frau nach allen Regeln der Kunst. Für den Dichter ändert das nichts, er nimmt Christiane in sein Haus auf. Nur wenig später wird der erste gemeinsame Sohn geboren. Achtzehn Jahre lang leben Christiane und Goethe in "wilder Liebe" zusammen, danach noch einmal zehn Jahre als Ehepaar.

Die Existenz der Frau aus einfachen Verhältnissen in Goethes Leben hat auch später noch Intellektuelle zu herablassendsten Äußerungen verleitet. Thomas Mann nannte sie "gründlich ungebildet", für Romain Rolland war sie eine "geistige Null". Ihre Mitwelt reagierte noch niederträchtiger, sprach von Mätresse und Hure, von seiner dicken Hälfte. Bettina von Arnim nannte sie gar eine "toll gewordene Blutwurst".

Der Film der Autorin Leonore Brandt fragt, aus welchen Verhältnissen die junge Frau kam und wie sie ihr Leben gelebt hat an der Seite dieses begnadeten Genies.

 

Foto: Alexander Stemplewitz


01.06.2015


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