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Home / Stadt & Bürger / Aktuelles / Archiv 2014 / Grußwort des Bürgermeisters zum Weihnachtsfest 2014 und zum Jahreswechsel 2014/2015
GRUßWORT DES BÜRGERMEISTERS ZUM WEIHNACHTSFEST 2014
UND ZUM JAHRESWECHSEL 2014/2015
GRUßWORT DES BÜRGERMEISTERS ZUM WEIHNACHTSFEST 2014<BR />UND ZUM JAHRESWECHSEL 2014/2015

Achtung: Meldung aus dem Archiv 2014

GRUßWORT DES BÜRGERMEISTERS ZUM WEIHNACHTSFEST 2014<BR />UND ZUM JAHRESWECHSEL 2014/2015 Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte Liebe Rudolstädterinnen, liebe Rudolstädter,
sehr verehrte Gäste und Freunde unserer Stadt,

"Alle Jahre wieder..." lautet nicht nur der Titel eines bekannten deutschen Weihnachtsliedes, es ist auch Ausdruck von Tradition, von Beständigkeit und Wiederkehr. Wir alle wünschen uns, ganz offen oder insgeheim, aber alle gleichermaßen, eine gewisse Beständigkeit in unserem Leben. Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, darüber nachzudenken, was uns das alte Jahr brachte, ob wir insgesamt zufrieden mit ihm sein können oder wir etwas anders gemacht haben sollten, ob persönliche Schicksale überwindbar sind und was das kommende Jahr bringen wird. Wir fragen uns, ob es trotz vieler notwendiger Veränderungen im eigenen Leben sowie im gesellschaftlichen Umfeld auch zukünftig die gewisse Beständigkeit geben wird, die wir uns wünschen und die wir benötigen. Jeder von uns wird sich dazu seine eigene Meinung bilden. Auch im Gespräch mit seinen Mitmenschen, den Nachbarn, den Arbeitskollegen, den Freunden und vor allem in den Familien.

"Alle Jahre wieder..." möchte ich die Gelegenheit der bevorstehenden Fest- und Feiertage nutzen, um Resümee zu ziehen über ein durchaus turbulentes Jahr 2014, das in der Politik geprägt war von den Kommunalwahlen, den Wahlen zum Europäischen Parlament und den Landtagswahlen. Rudolstadt hat ein neues Stadtparlament, den Landkreis führt ein neugewählter Kreistag, mit Marko Wolfram haben wir einen neuen Landrat, in Brüssel und Strasbourg tagt ein neugewähltes EU-Parlament und in Erfurt gibt es mit den Wahlen neue Kräfteverhältnisse im Landtag. All das hatte und hat auch Auswirkungen auf unsere Residenzstadt.

Die Rudolstädter Wirtschaft hat im zurückliegenden Jahr nicht nur Beständigkeit gezeigt, sondern sich insgesamt gut entwickelt. Die Arbeitslosenrate ist auf einem Rekord-Tief, die Auftragsbücher der meisten Firmen und Handwerksbetriebe sind voll, die Konjunktur ist auch hier bei uns spürbar. Viele Unternehmen haben darüber hinaus und obwohl die Verkehrsinfrastruktur immer noch zu wünschen übrig lässt, Investitionen getätigt, suchen sogar händeringend nach Fachkräften, die sie neu einstellen möchten. Zusammengenommen ist es die solide Basis für die weitere Stärkung unserer Stadt.

Erneut hat Rudolstadt bewiesen, was hier alles an kulturellen Besonderheiten geboten wird. Außer den Großveranstaltungen TFF, Altstadtfest, Vogelschießen oder dem Sportereignis "Getting Tough", die alljährlich nicht nur für die Einwohner Vergnügen und Abwechslung bringen, sondern als niveauvolle Angebote weit über die Stadtgrenzen Anerkennung finden, konnten wir zahlreiche Theater- und Orchesteraufführungen, Buchlesungen, Ausstellungseröffnungen - wie zum Beispiel die neue Dauerpräsentation im Handwerkerhof zum ältesten Fotoatelier Deutschlands - , sowie eine Vielzahl von Veranstaltungen in den Bauernhäusern oder im Schillerhaus und unserer Stadtbibliothek, die sich inzwischen zu Orten der kulturellen Bildung entwickelt haben, ebenso wie im Alten Rathaus, der KulTourDiele, den saalgärten und im Stadthaus erleben. Darüber hinaus haben Kirchen, Freie Träger, Vereine und private Initiativen mit ihrem kulturellen und sozialen Engagement dafür gesorgt, dass man sich hier wohlfühlen kann. Nicht zuletzt haben auch die Premiere des vielbeachteten Kinofilms "Die geliebten Schwestern" und die Dreharbeiten zu einem Tatort-Krimi, dessen Erstausstrahlung in der ARD am Neujahrstag bevorsteht, ihren Beitrag geleistet, dass sich unsere Stadt als "Schillers heimliche Geliebte" von der besten Seite zeigen konnte und immer mehr Touristen und Gäste sich für uns interessieren.

Auch im sozialen Bereich und auf dem Gebiet der Bildung konnte man sich auf Beständigkeit und die aktive Unterstützung durch unsere Stadt verlassen. Ob Kindergärten und Schulen, Jugendeinrichtungen, Begegnungsstätten, Vereine oder Initiativen des ehrenamtlichen Engagements - sie wurden mit nicht unerheblichen Mitteln aus dem städtischen Haushalt gefördert oder erhielten organisatorischen Beistand der Verwaltung.

Ein weiteres wichtiges Thema hat mich persönlich, die Verantwortlichen im Landkreis und in Rudolstadt, aber auch die meisten unserer Bürgerinnen und Bürger in diesem Jahr sehr bewegt. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit gegenwärtig 51 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Ausgelöst durch Kriege, politische und religiöse Konflikte, große Armut, Hungersnöte und Seuchen, versuchen immer mehr Menschen auf den unterschiedlichsten, oftmals lebensgefährlichen Wegen nach Mitteleuropa, insbesondere nach Deutschland zu kommen. Dieser Zustrom an Migranten, Flüchtlingen und Asylbewerbern stellt die Bundesrepublik nicht nur vor Belastungen, die bewältigt werden müssen, sondern hat auch zu einer breiten Debatte geführt, wie auf allen Ebenen Hilfe und eine Willkommenskultur geboten und Toleranz gezeigt werden kann. Rudolstadt wird nicht in der Lage sein, alle Probleme, die sich aus der Unterbringung von Flüchtlingen in Thüringen ergeben, zu lösen. Aber wir werden unseren Beitrag, im Rahmen des Möglichen und auch unserer moralischen Verpflichtung, dabei leisten.

 

Ich bitte, an dieser Stelle einen Wunsch an alle Rudolstädterinnen und Rudolstädter richten zu dürfen. Besinnen wir uns jetzt und vor allem gerade in der Weihnachtszeit auf humanitäre Grundsätze. Lassen Sie uns bei denjenigen sein, die nicht immer und überall das Schöne am Leben genießen können. Helfen Sie den Schwachen in unserer Gesellschaft. Außerdem sollten wir erkennen, dass Menschen aus anderen Ländern uns mehr zu bieten haben als nur Ihre Anwesenheit. Durch Begegnungen, Gespräche, Sport und Spiel, gemeinsames Lernen und Erkunden sowie Akzeptanz auch des Anderssein, können wir Integration nicht nur fördern sondern in Wirklichkeit auch leben. Rudolstadt hat das nach Ende des verheerenden zweiten Weltkrieges auch geschafft. Viele der damaligen "Aussiedler" und deren Folgegenerationen sind heute fester Bestandteil der Rudolstädter Bürgerschaft.

 

Liebe Rudolstädterinnen , liebe Rudolstädter, verehrte Gäste unserer Stadt,


"Alle Jahre wieder..." möchten wir Ihnen im Rahmen der vielfältigen Veranstaltungsreihe "Weihnachten in Rudolstadt" eine besinnliche Zeit bis zu den Festtagen bieten. Nutzen Sie dabei die Möglichkeiten, Geschenke für Ihre Lieben auch in unserem örtlichen Handel zu erwerben, unsere kulturellen Einrichtungen und Gaststätten zu besuchen sowie sich bei einem Spaziergang durch die Stadt und ihre Ortsteile davon zu überzeugen, welche Fortschritte es zum Beispiel bei der Sanierung von Straßen, Plätzen und Gebäuden dieses Jahr erneut gegeben hat.


Meinen Dank, auch im Namen des neugewählten Stadtrats, möchte ich an alle Einwohner richten, die sich ehrenamtlich in den zahlreichen Vereinen und Initiativen zum Wohle unserer Stadt engagieren. Ebenso geht mein Dank an Unternehmer, Händler, Gastronomen und Selbstständige, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass die Leistungskraft unserer Kommune gestärkt wird und dass Menschen hier ein Auskommen finden. Bedanken möchte ich mich ebenso bei den Wohlfahrtsverbänden, staatlichen Institutionen und Kulturschaffenden, die mit ihrem Wirken für eine starke Gemeinschaft in unserer Stadt sorgen.

 

Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten, Glück und Gesundheit im Neuen Jahr und Erfolg auf allen Wegen.

 

Ihr
Jörg Reichl
Bürgermeister


17.12.2014


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