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AUSSTELLUNG "RUDOLST─DTER HOFBUCHDRUCKEREI" IM ALTEN RATHAUS

Achtung: Meldung aus dem Archiv 2011

Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte Rudolstadt - Schillers heimliche Geliebte

"Denn die Erfindung dieser Zunfft ist Licht von einem höhern Scheine." - Die Rudolstädter Hofbuchdruckerei vom 17. bis 19. Jahrhundert
Seit ihrer Gründung im Jahre 1663 bis weit ins 19. Jahrhundert hinein gehörte die Rudolstädter Hofbuchdruckerei zu den bedeutendsten wirtschaftlichen und kulturellen Unternehmen des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt. Die im Zuge der bekanntermaßen mit dem Buchdruck in wechselseitigem Verhältnis stehenden Reformation gegründete Druckerei sollte zunächst vor allem den immens gestiegenen Bedarf an protestantischer Gebrauchsliteratur, Kleinschrifttum für den Schulgebrauch und den Rudolstädter Hof und Personal- bzw. Gelegenheitsschriften decken, die bis zu diesem Zeitpunkt mit hohem finanziellen Aufwand im "Ausland" hergestellt worden waren. Die Notwendigkeit eines solchen Vorhabens war in den reformatorischen Landen unumstritten, hatte doch schon Luther in seinen "Tischreden" betont: "Die hohen Wohltaten der Buchdruckerei sind mit Worten nicht auszusprechen. Durch sie wird die Heilige Schrift in allen Zungen und Sprachen eröffnet und ausgebreitet, durch sie werden alle Künste und Wissenschaften erhalten, gemehrt und auf unsere Nachkommen fortgepflanzt."
Die Produktion der Rudolstädter Offizin, beginnend mit dem Erstdrucker Caspar Freyschmidt aus Arnstadt, war dabei keineswegs nur lokal ausgerichtet. In ihrer Blütezeit im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts bis ins erste Drittel des 19. Jahrhunderts erhielt das 1721 zur Fürstlich privilegierten Hofbuchdruckerei avancierte Unternehmen Aufträge von insgesamt 161 Verlagen, vorrangig aus Mittel- und Norddeutschland, Dänemark sowie den damaligen preußischen Provinzen Ost- und Westpreußen, Schlesien und der unter russischer Herrschaft stehenden baltischen Ostseeprovinz Livland. Die Anzahl der Aufträge belief sich auf 1.549, gedruckt wurden 1.790 Bände, d.h. über ein halbes Jahrhundert stellte die Druckerei durchschnittlich allein 30 Bücher pro Jahr für fremde Verleger her.
Die Rudolstädter Offizin erweist sich in eben diesem Zeitraum als eine betriebsgeschichtlich beispielhafte Druckerei im mitteldeutschen Raum, die, basierend auf der günstigen geographischen Lage zu den Messemetropolen Leipzig, Nürnberg und Berlin sowie zu den Residenz- bzw. Universitätsstädten Weimar und Jena über eine europaweite Ausstrahlung verfügte. Hinzu traten die durch lokale Rahmenbedingungen gegebenen vorteilhaften ökonomischen Faktoren – niedrige Preise und gute Versorgung mit Papier durch die anliegenden Papiermühlen – sowie eine in langer Tradition gewachsene Qualität und Zuverlässigkeit der Offizin in einem (nahezu) zensurfreien Umfeld.

Die Ausstellung verknüpft weitgehend unveröffentlichte Forschungsergebnisse mit einer breiten Auswahl originaler Druckereierzeugnisse sowie den nur zufällig überlieferten Geschäftsbüchern des Unternehmens zu einem faktenreichen und anschaulichen Geschichtsbild über drei Jahrhunderte Hofbuchdruckerei Rudolstadt.

Zur Ausstellungseröffnung mit Buchpremiere spricht Frau Dr. Claudia Taszus. Sie stellt ihre soeben in Buchform veröffentlichte Doktorarbeit zur Geschichte der Rudolstädter Hofbuchdruckerei vor.

 

Ausstellung der Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte e. V. Rudolstadt im Alten Rathaus Rudolstadt vom 7. März bis 8. April 2011.

Ausstellungseröffnung: 4. März 2011, 18.00 Uhr.
Vortrag: Dr. Claudia Taszus. Eintritt frei.


02.03.2011


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